Bremer Ocean Day

am 24.02.2026 von 9.30 -12.30 Uhr im Hörsaalgebäude (Keksdose)

6. Bremer Ocean Day

Eine Veranstaltung für Lerngruppen der Sekundarstufe II

Ozeane bedecken mehr als zwei Drittel der Erdoberfläche. Sie bieten einen riesigen Lebensraum, ihre biologische Vielfalt ist enorm. Sie halten unser Klima stabil und versorgen uns mit Nahrung. Und sie stecken immer noch voller Rätsel und Geheimnisse! 
Der Bremer Ocean Day lässt  bis zu 500 Schüler:innen eintauchen in den Ozean und die moderne Meeresforschung. Bremer Forschende berichten von ihrer Arbeit, ihren neuesten Ergebnissen und den Freuden und Tücken des Forschungsleben. Sie erklären, warum die Erkundung der Ozeane nicht nur unheimlich spannend sondern mindestens ebenso wichtig ist. 

Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung durch die begleitende Lehrkraft ist notwendig.

 



Programmablauf:

9:30 Uhr  Begrüßung

9:45 Uhr  Vortrag 1: Beatrice Brix da Costa (Uni Bremen, ZMT)

10:15 Uhr  Vortrag 2: Sophia Schillai (Uni Bremen, MARUM)

10:45 Uhr  Pause

11:15 Uhr  Interview & Diskussion mit Studierenden

11:45 Uhr  Vortrag 3: Laura Pareigis/Nahja Busse (MPI, Uni Bremen)

12:15 Uhr  Abschluss


Informationen zu den Vorträgen:

Beatrice Brix da Costa (Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT), Bremen)

Grüner Kaviar und andere essbare Algen – Meeresgemüse als Nahrungsmittel der Zukunft

Ernährungssicherheit stellt eine der größten Herausforderungen unserer Zeit dar, und die ständig wachsende Weltbevölkerung treibt die Nachfrage nach nahrhaften und nachhaltigen Nahrungsmitteln in die Höhe. Die Aquakultur gilt als eine Lösung, um diesen Bedarf zu decken, und leistet bereits heute einen wertvollen Beitrag zur Nahrungssicherung. Meeresalgen sind ein wichtiger Bestandteil der weltweiten marinen Aquakulturproduktion, wobei ein großer Teil der Biomasse für die menschliche Ernährung verwendet wird. 

In diesem Vortrag wird die Referentin über das Potenzial von Algen als nachhaltiges Nahrungsmittel berichten und beleuchten, warum „sea food“ mehr ist als nur Fisch, Muscheln und Shrimps.

Beatrice Brix da Costa ist Doktorandin an der Universität Bremen in der Arbeitsgruppe Marine Botanik und am Leibniz-Zentrum für marine Tropenforschung (ZMT) in der Arbeitsgruppe Experimentelle Aquakultur. Seit Beginn ihrer Promotion verbrachte sie bereits mehrere Monate im Feld in Vietnam, um insbesondere das Ko-Kultivierungspotenzial der essbaren Grünalge Caulerpa lentillifera („Meerestrauben“) mit einer essbaren Schnecke zu untersuchen. 

Sophia Schillai (MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen)

Unter Druck - die Erforschung des Meeresbodens mit Tauchrobotern

Der Vortrag nimmt euch mit auf Entdeckungsreise von einem Forschungsschiff auf der Meeresoberfläche bis tausende Meter hinunter in die Tiefsee und gibt euch einen Eindruck von meiner Arbeit an der Schnittstelle zwischen Forschung und Technik.

Nach einem Studium quer durch Physik, Elektro- und Informationswissenschaften arbeitet Sophia am Marum in der technischen Entwicklung der Meeresrobotik und fährt als Tauchroboterpilotin zur See. Dort bereitet sie in Zusammenarbeit mit den Forschenden an Bord, der Schiffscrew und dem Meeresrobotikteam wissenschaftliche Tauchgänge zum Meeresboden vor und bedient die Roboter im Einsatz. Nach der Expedition analysiert Sophia die gewonnenen Daten und Erfahrungen, um die Technik weiter zu entwickeln.

Laura Pareigis und Nahja Busse (MPI)
Laura Pareigis und Nahja Busse (MPI, Universität Bremen)

Laura Pareigis und Nahja Busse (Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie (MPI), Universität Bremen)

Meer Details: Wie Zucker und egoistische Bakterien mit dem Klima zusammenhängen

Bakterien im Meer haben eine große Wirkung auf den Kohlenstoffkreislauf. Um zu verstehen, ob das CO2 aus der Atmosphäre langfristig im Meer gespeichert wird, schauen wir uns die mikrobiellen Zuckerabbaumechanismen an, abhängig von Umweltfaktoren. Egoistische Bakterien können selbst komplizierte Zucker abbauen. Wir tauchen zu den kleinsten Lebewesen mit großem Einfluss: vom Forschungsschiff bis zu Tests im Labor. Was bedeutet das nun für das globale Klimasystem?

Laura Pareigis forschte zunächst in der Biochemie und Immunologie. Um kleine mit großen Prozessen zu kombinieren, vertieft sie ihre Arbeit in der marinen Mikrobiologie. Nun promoviert sie im Fachgebiet des globalen Kohlenstoffkreislaufs. Durch Umweltproben versucht sie zu verstehen, unter welchen Bedingungen Zucker im Meer abgebaut werden.

Nahja Busse war zunächst an Land unterwegs: In ihrem Bachelor beschäftigte sie sich mit Insekten im Waldboden und spezialisierte im Master auf Meer. Nun untersucht sie in ihrer Doktorarbeit die Kohlenstoffspeicherung in Bakterien in Laborexperimenten.