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Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Jura-Professor Dian Schefold - Bürgermeister Bovenschulte: "Ein herausragender Jurist"

Der Bremer Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Dian Schefold ist am 7. Februar 2022 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte überreichte es Schefold im Namen des Bundespräsidenten im Rahmen einer Feier im Kaminsaal des Rathauses.

Schefold lehrte von 1980 bis zu seiner Emeritierung 2001 an der Universität Bremen.
Zuvor hatte er nach Studienaufenthalten in Basel, Berlin und Rom am Fachbereich
Rechtswissenschaften der Freien Universität Berlin gelehrt. Hinzu kommen
Gastprofessuren unter anderem in Rom und Paris. Seine Spezialgebiete sind das
Verfassungsrecht, das Verwaltungs- und Kommunalrecht, die Verfassungsgeschichte
sowie das italienische Recht. "Sein Gesamtwerk an Schriften und Veröffentlichungen
leistet einen überragenden Beitrag zum demokratischen Verfassungsrecht der
Bundesrepublik Deutschland", heißt es in der Begründung des Bundespräsidialamtes.
Im universitären Bereich machte Schefold sich dafür stark, beim Übergang von der bis
1982 an der Universität Bremen betriebenen progressiven "Einstufigen
Juristenausbildung" auf den bundesweit üblichen "zweistufigen" Weg fortschrittliche
Elemente aus der Bremer Lehre auch im neuen System zu integrieren. Inhaltlich war er
auch stets in engem wissenschaftlichen Kontakt zum Bremer Verfassungsrecht und
Mitglied in etlichen juristischen Fachgesellschaften.
Bürgermeister Bovenschulte: "Dian Schefold ist ein herausragender Jurist. Das allein
reicht aber nicht. Für diese Auszeichnung muss man sich schon für eine ganz lange Zeit
und in der Breite über das normale Maß hinausgehend für das Gemeinwohl eingesetzt
haben. Bei Dir sind das die Verdienste um die Bewahrung der Demokratie, die
europäische Integration und Verständigung und die Eigenstaatlichkeit des Landes
Bremen. Dir als Schweizer ist die Sympathie für die Stadtstaatlichkeit quasi in die Wiege
gelegt: Du hast in Basel, Berlin und Bremen gelebt und gewirkt. Und schließlich hast Du
mit viel persönlichem Einsatz und Zähigkeit dafür gesorgt, dass viele gute Ansätze aus der
früheren einstufigen Juristenausbildung in die dann eingeführte zweistufe hinübergerettet
wurden."
Justizsenatorin Dr. Claudia Schilling: "Professor Schefold hat diese Auszeichnung nicht
nur verdient – er hat sich buchstäblich verdient gemacht: Als unbeirrbarer Europäer, als
unbeirrbarer Streiter für die Selbstständigkeit unseres Bundeslandes und vor allem auch
als Professor für Öffentliches Recht an der Universität Bremen. Forschung und Lehre
waren dort für ihn nie ein Gegensatz, sondern gleich bedeutsame Teile seiner Arbeit, die
sich durchaus bis ins Private erstreckte. Sein Wohnhaus ist vielen, die bei ihm studiert
haben, bis heute in guter Erinnerung. Denn dort klangen, fachsimpelnd versammelt um die
Schefoldsche-Musikbox, zahlreiche Seminare aus. In Bremen, Deutschland und Europa
gibt es zahlreiche Juristinnen und Juristen, die nicht nur viel von Professor Schefold
gelernt, sondern ihm auch darüber hinaus viel zu verdanken haben."